Schadet putzen der Lunge

Wenn ja, warum sind Frauen mehr gefährdet?

Einer Studie der Universität Bergen, Norwegen, nach, sind Frauen, die regelmäßig putzen oder beruflich reinigen, langfristig öfters von einem starken Abfall der Lungenfunktion betroffen. Die Daten wurden im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht.
Verglichen mit Frauen, die nicht putzten, fiel der Leistungsabfall beim Forced expiratory volume (FEV1) pro Jahr bei Frauen, die zu Hause sauber machten (FEV1 = -22,1 ml versus -18,5 ml, p=0,01), höher aus. Professionelle Reinigungskräfte erlitten sogar einen noch höheren Leistungseinbruch der Lunge ( -22,4 ml, p=0,03). Diese Ergebnis bestätigte sich auch bei der Forced vital capacity (FVC):
Ohne Putztätigkeit betrug der yEinbruch 8,8 ml pro Jahr, Hobby-Putzer litten unter einem Abfall von 13,1 ml (p=0,02) und Profi-Reinigungskräfte von 15,9 ml (p=0,02).


Warum nur bei Frauen?
„Der Effekt, den professionelles Reinigen auf die Lunge hat, war so, als ob eine Person rund 20
Jahre geraucht hat“, beschreiben die
Autoren die Auswirkungen in der Studie. Bei Männern fanden sie dagegen keinen Unterschied zwischen regelmäßigen Putzern und Putzmuffeln - weder bei FEV1 noch bei FVC. Das lag, den Forschern zufolge, wohl aber schlicht daran, dass sie nur 57 professionelle männliche Reinigugskräfte in der Datenbank hatten. Möglicherweise könnte der Auswirkungsunterschied aber auch daran liegen, dass Frauen schon bei geringerer Exposition mit Lungen-Schadstoffen stärker reagierten - so das Ergebnis anderer Studien ( zum Beispiel die von Silverman oder Foreman).
Die Studienpopulation enthielt 6230 Teilnehmer, die im Durchschnitt 34 Jahre alt waren, als die Studie begann. Sie wurden zwanzig Jahre lang nachverfolgt. Die Autoren geben einschränkend zu bedenken, dass die Studiendaten - neben der geringen Anzahl an männlichen Profireinigungskräften - zudem wenig Frauen enthielten, die nicht sauber machten. „Die Kernbotschaft dieser Studie ist, dass auf lange Sicht chemische Rreinigungsmittel höchstwahrscheinlich der Lunge großen Schaden zufügen“, fasst Erstautor Øistein Svanes in einer Meldung der American Thoracic Society zusammen. Svanes, Doktorand am Lehrstuhl Clinical Science der Universität Bergen, regte darüber hinaus in der Mitteilung an, Reinigungsmittel gesetzlich streng zu überwachen und die Hersteller dazu zu ermutigen, Putzmittel herzustellen, die nicht
eingeatmet werden können.

 

BIV prüft norwegische Studie
Nach bundesweiten Pressemeldungen über die Ergebnisse einer Studie der Universität Bergen (Norwegen) wonach Frauen, die regelmäßig putzen oder beruflich reinigen langfristig öfters von einem starken Abfall der Lungenfunktion betroffen sind und dass dies möglicherweise durch die Verwendung chemischer Reinigungsmittel verursacht werde, werden BIV und IHO aktiv.
Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks setzt sich derzeit gemeinsam mit dem Industrieverband Hygiene und Oberflächenschutz (IHO) mit den Ergebnissen der Studie intensiv auseinander und wird, sofern erforderlich im Interesse der Gesundheit der Beschäftigten entsprechend reagieren.

 

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